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Queer Questions  Foruminformationen

 Das Thema wurde von Karla am 9.3.2016, um 17.07 Uhr geschlossen.
Begründung: Beratung beendet
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vorheriges Themanächstes Thema Thema: Verliebt in Kollegin/Freundin, eröffnet am 7.2.2016, um 19.55 Uhr
neutral Vea
User
am 7.2.2016,
um 19.55 Uhr
Hallo,

vor 2 Jahren bekam ich eine neue Arbeitskollegin, mit der ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden habe. Wir wurden auch außerhalb der Arbeit Freundinnen, irgendwann beste Freundinnen. Und irgendwann wurde mir dann klar, dass ich mich in sie verliebt hatte.
Ich bin bisexuell und habe damit auch kein Problem, das ist offen und kein großes Thema. Aber meine Freundin ahnt nicht, dass ich in sie verliebt bin. Jedenfalls glaube ich das... wir sind durchaus auch zärtlich miteinander, aber so, wie es unter besten Freundinnen eben noch legitim ist.
Sie hat einen Partner, mit dem sie Zukunft plant. Ich verstehe mich auch sehr gut mit ihm, aber wenn er wüsste... :-(
Könnt Ihr mir helfen, mich zu sortieren?

LG Vea
neutral Karla
Berater_in
am 8.2.2016,
um 20.22 Uhr
Liebe Vea,

herzlich Willkommen hier! Ich bin Karla und werde deine Beratung übernehmen, das heißt mit dir zusammen an einer Lösung arbeiten, mit der es dir gut geht. Wenn du irgendwelche Fragen hast, organisatorisch oder andere, oder irgendwas los werden möchtest, sag das jederzeit. Ich antworte dir immer so bald wie möglich, spätestens aber nach drei Tagen, ich hoffe das ist okay für dich!

Du hast ja gesagt, es geht um deine beste Freundin/Kollegin, in die du verliebt bist, die aber einen Freund hat, mit dem sie auch ihre Zukunft plant. Und ihr seid zwar eng, und auch zärtlich, aber du glaubst nicht, dass sie etwas davon weiß, dass du Gefühle für sie hast. (Ich fasse das gerne ein bisschen zusammen, damit du die Chance hast zu sehen, wie deine Infos bei mir angekommen sind, und mich auch berichtigen kannst, falls ich irgendwo falsch liege.)
Du hast darum gebeten, dass wir dir beim sortieren helfen. Gerne. Mir stellt sich dabei direkt die Frage: Wie würde dein sortiertes Leben, deine sortierten Gedanken aussehen? Was wäre für dich in deinem Leben anders als jetzt, wo du dich noch unsortiert fühlst?

Ich freu mich auf deine Antwort.

Liebe Grüße,
Karla
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Karla
Berater_in
QueerQuestions

Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
neutral Vea
User
am 9.2.2016,
um 19.09 Uhr
Hallo Karla,

ja, das ist gut zusammengefasst.
Sortiert wäre ich, wenn... mir klarer wäre, ob/welche Chance ich überhaupt habe, mit ihr Liebe und Partnerschaft zu leben. Und wenn ich einen Plan hätte, wie ich das so herausfinden kann, ohne unsere Freundschaft dadurch zu gefährden. Ich habe nämlich Angst, dass sie sich von mir zurückzieht, wenn ich ihr sage, dass ich mehr als Freundschaft für sie empfinde.
Was dann in meinem Leben anders wäre? Nun, ich würde vielleicht nicht mehr jeden Tag und jede Nacht mit diesen Fragen, Sehnsüchten und Zweifeln herumlaufen und jedesmal, wenn ich sie sehe, einen "kleinen Tod sterben".
Mir ist schon klar, dass es kein Rezept dafür gibt... und dass ich irgendwann Klartext mit ihr reden muss... aber die Angst ist einfach zu groß. Sie als Freundin zu verlieren, wäre sehr schlimm für mich.

LG Vea
neutral Karla
Berater_in
am 10.2.2016,
um 12.26 Uhr
Hallo Vea!

So wie ich das verstehe, ist für dich immer noch ein ganz großes "was wäre, wenn" da, solange du mit ihr nicht endgültig geklärt hast, ob eine Beziehung zwischen euch möglich wäre, oder?
Du hast gesagt, du wünschst dir, dass dir eben das klarer wäre - ob es möglich ist, oder nicht. Was konkret würde es für dich sehr klar machen? Was brauchst du, um Klarheit darüber zu haben, ob Liebe und Partnerschaft zwischen euch eine Option ist?

In welchen Momenten, an welchen Tagen bist du eigentlich ruhiger? Geschrieben hast du, dass du weniger Sehnsüchte, Zweifel und Fragen im Kopf hättest, wenn du sortierter bist. Wenn du mal auf deinen gegenwärtigen Alltag blickst, welche Situationen sind für dich schon näher an diesem Ziel?

Ich kann gut verstehen, dass das eine sehr belastende Situation ist, und du Angst hast, sie zu verlieren. Und du hast völlig Recht, ein Rezept dafür gibt es nicht. Aber deshalb möchte ich auch mit dir genau an dem arbeiten, was für dich persönlich das beste ist, so dass es dir besser geht.

Liebe Grüße,
Karla
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Karla
Berater_in
QueerQuestions

Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
neutral Vea
User
am 10.2.2016,
um 18.40 Uhr
Hallo Karla,

was ich bräuchte, wäre im besten Fall eine Antwort von ihr... wobei da eben die Angst vor dem "nein" ist, und die Angst davor, dass wir dann nicht einfach zur Freundschaft zurückkehren könnten, wenn es ausgesprochen wäre. Ein Signal oder ein Hinweis von ihr, dass sie vielleicht auch so fühlt wie ich, wäre schon ein Anfang. Ich weiß, dass ich es einfach ansprechen müsste... aber wenn sie nicht so fühlt wie ich, könnte ich das nicht mehr zurücknehmen.

Und dann ist da auch das Problem, dass ich mich mit ihrem Partner gut verstehe und eigentlich auch mit ihm befreundet bin... ich würde also gleich zwei Freundschaften aufs Spiel setzen. Wenn ich wüsste, dass wir keine Chance haben, würde ich lieber schweigen.

Ruhiger bin ich dann, wenn sehr viel Arbeit ist und ich so total eingespannt bin. Dann bin ich so "in Funktion", dass ich nicht dauernd daran denken kann. Allerdings arbeiten wir ja auch zusammen und sehen uns da immer. Und ich kann mich ja auch nicht rund um die Uhr am Arbeiten halten.

LG Vea
neutral Karla
Berater_in
am 11.2.2016,
um 21.13 Uhr
Liebe Vea,

ich frage mich gerade, an welchem Punkt wir hier vorrangig arbeiten: Ist es die Entscheidung darüber, ob du deine Freundin mit deinen Gefühlen konfrontieren sollst? Oder ist es die Frage, wie du mit den möglichen Konsequenzen umgehen könntest?

Ablenkung tut dir also gut. Natürlich hilft das erst mal dem Problem an sich nicht, aber es ist bestimmt auch hilfreich, wenn du mal zwischendrin ein bisschen Pause von all den Gedanken hast. Ich sage jetzt, "ist bestimmt auch hilfreich" - ist das für dich denn hilfreich? Nach dem Prinzip "mehr von dem, was gut tut" lohnt es sich vielleicht, dort nach noch weiteren Möglichkeiten zu schauen.

Liebe Grüße,
Karla
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Karla
Berater_in
QueerQuestions

Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
Der Beitrag wurde von Karla am 11.2.2016, um 21.14 Uhr bearbeitet.
neutral Vea
User
am 15.2.2016,
um 19.20 Uhr
Hallo Karla,

hängt das nicht beides zusammen? Also, wenn ich sie mit meinen Gefühlen konfrontieren würde, und sie dann ablehnend reagiert, dann wäre ich doch automatisch an dem Punkt, mit den Konsequenzen umgehen zu müssen. Also sind wohl beide Punkte wichtig.

Ich komme gerade aus einem wunderschönen Wochenende, das ich mit ihr zusammen verbracht habe. Wir haben so viel Spaß zusammen, führen aber auch tiefe Gespräche... und gleichzeitig plant sie dann das Zusammenleben mit ihrem Partner. Das tut mir so weh. Ich glaube, sie merkt gar nicht, was das mit mir macht. Sie denkt einfach überhaupt nicht, dass so etwas in mir sein könnte. Ich wünschte, sie würde eine Zukunft mit MIR planen.

Ich wage es einfach nicht, ihr die Wahrheit zu sagen... die Angst ist zu groß, dass sie mich dann nie mehr unbeschwert im Arm halten, mit mir in einem Bett liegen kann, dass wir diese selbstverständliche Nähe und Intimität verlieren. Dass sie dann vorsichtiger wird, um mir keine falschen Hoffnungen zu machen. Und dass sie ihrem Partner, den ich sehr mag und schätze, darüber was sagt, und er dann auf Abstand drängen könnte.

Ablenkung ist kurzfristig entlastend, aber auf Dauer doch keine Lösung.

LG Vea
neutral Karla
Berater_in
am 17.2.2016,
um 15.38 Uhr
Liebe Vea,

ja, ich denke auch, dass beides auf jeden Fall eng zusammen hängt. Ich glaube, für mich war diese Frage auch ein bisschen die Frage danach, ob du dich eigentlich schon entschieden hast, und nur Angst vor der Durchführung hast, oder ob für dich es auch immer noch eine Option ist, nichts zu ihr zu sagen.
So wie ich deine Nachrichten verstehe, ist es für dich durchaus eine Option, oder?

Grade in deiner letzten Nachricht hast du so klar beschrieben, wie die beiden Optionen aussehen können. Du hast momentan eine wunderbare Freundschaft, auch mit ihrem Partner, und das tut dir sehr gut, und du willst es nicht verlieren. Durch eine offene Ansprache deiner Gefühle hast du Angst, diese Freundschaft eben schon zu verlieren.
Gleichzeitig bist du aber auch jetzt schon in einer Situation, die nicht perfekt ist, und die dir weh tut.
In beiden Szenarien - sagen oder nicht sagen - gibt es aus meiner Sicht gute und negative Aspekte für dich. Wenn du zum Beispiel nichts sagen würdest, hättest du zwar eine sichere Freundschaft, aber auch den Schmerz, den du jetzt schon hast. Für die Möglichkeit die Gefühle anzusprechen, sieht es ähnlich aus.
Du hast am Anfang gesagt, du wünschst dir, sortierter zu werden. Es klingt vielleicht grade etwas banal, aber: Möchtest du mal eine Liste machen? Positive und negative Aspekte sowohl beim Ansprechen der Gefühle, als auch beim Nicht-Ansprechen.

Stell dir mal vor, deine Freundin wüsste über deinen aktuellen Zwiespalt, und wäre nicht gerade die, um die es bei dem ganzen geht. Was glaubst du, würde sie zu dir sagen, wenn sie dir etwas raten sollte?

Liebe Grüße,
Karla
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Karla
Berater_in
QueerQuestions

Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
neutral Karla
Berater_in
am 27.2.2016,
um 16.40 Uhr
Liebe Vea,

du hast dich eine Weile nicht gemeldet. Möchtest du die Beratung noch weiter führen?

Liebe Grüße,
Karla
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Karla
Berater_in
QueerQuestions

Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
neutral Vea
User
am 27.2.2016,
um 21.48 Uhr
Hallo Karla,

tut mir leid, dass ich mich eine Weile nicht gemeldet habe - ich war krank und eine Weile nicht online gewesen.

Du fragst mich, was meine Freundin mir raten würde, wenn sie nicht gerade die wäre, um die es geht - das kann ich Dir ziemlich genau sagen. Sie würde mir raten, gut zu entscheiden, welchen Gefühlen sie in sich Raum geben will, und welchen nicht. Das kann SIE nämlich: entscheiden, welchen Gefühlen sie in sich Raum geben will. Nur leider nützt mir ein solcher Rat nicht, ich beherrsche das nämlich nicht. Ist nicht so, dass ich es nie versucht hätte, aber ich kann es einfach nicht. Keine Chance.

Ja, es ist eine echte Option für mich, ihr nie etwas davon zu sagen. Ich werde dran kaputt gehen, aber es ist eine Option. Kaputt gehen kann man aus vielen Gründen, und sie muss ja nicht wissen, woran ich letztlich kaputt gegangen bin. Besser, sie behält mich als ihre gute Freundin in Erinnerung, als wenn ich ihr die Wahrheit sage und damit am Ende auch die Freundschaft zerstöre.

Und nein, ich möchte keine "Positiv-Negativ-Liste" machen- Solche Argumente lassen sich nicht einfach auszählen oder aufaddieren - die müsste man gegeneinander gewichten, und selbst dann gäbe es wohl einzelne Argumente, die die gesamte restliche Liste aufheben würden.

LG Vea
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